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Klausur erzeugen · Abitur 2027 · Bayern

Politik und GesellschaftGrundlegendes Anforderungsniveau (gA)

Alle Themen der amtlichen Vorgaben für diesen Jahrgang. Schließ ein, was du üben musst, schließ aus, was sitzt. Was offen bleibt, wird gezogen.

vorläufig, Änderungen möglich

In Bayern heißt das Fach Politik und Gesellschaft. Bayern kennt keine Unterscheidung nach Leistungs- und Grundkurs; das Fach kann auf grundlegendem Anforderungsniveau (gA) oder als Leistungsfach auf erhöhtem Anforderungsniveau (eA) schriftlich geprüft werden. „Grundkurs“ steht hier für das grundlegende, „Leistungskurs“ für das erhöhte Niveau. Der Lehrplan gibt keine Jahresschwerpunkte vor; geprüft werden die Lernbereiche der Jahrgangsstufen 12 und 13, die hier mit ihren Inhalten aufgeführt sind. Auf erhöhtem Niveau kommen politische Theorien und Utopien sowie soziologische Theorien hinzu.

Bearbeitungszeit210 Minuten, 3 Stunden 30 MinutenThemen in den Vorgaben8, davon 8 verbindlich
Themen der Klausur
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 12, Lernbereich 1: Frieden und Sicherheit als zentrale Motive deutscher Außenpolitik verstehen

    Friedens- und Sicherheitsbegriff, Herausforderungen und hybride Bedrohungen im 21. Jahrhundert, Mittel und Einflussfaktoren deutscher Außenpolitik, Bundeswehr als Parlamentsarmee und zivile Konfliktbearbeitung.

    • negativer und positiver Frieden, Frieden als Prozess
    • zentrale Herausforderungen für Frieden und Sicherheit im 21. Jahrhundert, z. B. Staatszerfall, transnationaler Terrorismus, Klimawandel, Ressourcenknappheit, Migration
    • umfassender Sicherheitsbegriff, z. B. Diplomatie, ressortgemeinsamer Ansatz, vernetzte Sicherheit als Zusammenarbeit vieler Politikbereiche, zivile und militärische Maßnahmen, multilaterale Zusammenarbeit
    • Kriterien zur Einstufung hybrider Maßnahmen, z. B. Hemmung nachhaltiger Entscheidungsprozesse, Destabilisierung der Gesellschaft, Akteure
    • Mittel bundesdeutscher Außenpolitik, u. a. Diplomatie , Bündnisse, Sanktionen
    • Einflussfaktoren bundesdeutscher Außenpolitik, u. a. historische Verantwortung, geostrategische Lage, Einbindung in internationale Organisationen, Wertvorstellungen des Grundgesetzes, wirtschaftliche Interessen, öffentliche Meinung
    • hybride Bedrohungen, z. B. gezielte Falschinformation, Eingriffe in die digitale und analoge Infrastruktur, Geheimdiensttätigkeit, strategische Leaks, Doxing, Proliferation
    • demokratische Legitimation, Rolle und Entwicklungen der Bundeswehr
    • rechtliche Grundlagen für Bundeswehreinsätze im In- und Ausland, z. B. Grundgesetz, Out-of-Area-Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1994
    • Methoden und Ziele ziviler Konfliktbearbeitung
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 12, Lernbereich 2: Das europäische Projekt verstehen und mitgestalten

    Wertebasis, Organe und Rechtsetzung der Europäischen Union, die EU als Akteur der internationalen Politik sowie Reformvorschläge und Zukunftsszenarien.

    • Wertebasis der EU, u. a. Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit
    • Aufbau und Zusammenwirken der EU-Organe nach dem Vertrag von Lissabon, v. a. Europäisches Parlament, EU-Kommission, Europäischer Rat, Rat der EU
    • Rechtsetzungsmöglichkeiten in der EU: Verordnung, Richtlinie und Beschluss
    • Europäisierung des Rechts an einem aktuellen Beispiel, z. B. Migration und Asylrecht oder Umwelt- und Verbraucherschutz in der EU
    • EU als Akteur der internationalen Politik, z. B. Hoher Vertreter bzw. Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik, GSVP, Diskussion um eine europäische Armee
    • Reformvorschläge für das demokratische System der EU, z. B. transnationale Wahllisten, Direktwahl der Kommissionspräsidentin bzw. des Kommissionspräsidenten, Struktur der Kommission, Europäischer Bürgerentscheid
    • Szenarien zukünftiger Entwicklungen der EU
    • europäisches Bewusstsein, Maßnahmen für dessen Stärkung, z. B. Erasmus, ErasmusPLUS, Schulpartnerschaften, gesamteuropäische Kultur- oder Sportveranstaltungen
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 12, Lernbereich 3: Politische Systeme vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen vergleichen und Demokratie wertschätzen

    Kriterien zum Vergleich politischer Systeme, Demokratie und Diktatur, Regierungssysteme, antidemokratische Tendenzen, Reformvorschläge und der Einfluss der Digitalisierung auf die Willensbildung.

    • wesentliche Kriterien zur Bestimmung politischer Systeme, u. a. Formen der Partizipation, Ausprägungen der Gewaltenteilung und des Rechtsstaats
    • Dimensionen des Herrschaftsbegriffs: Herrschaftslegitimation, Herrschaftszugang, Herrschaftsanspruch, Herrschaftsweise, Herrschaftsmonopol, Herrschaftsstruktur
    • Menschenrechte als grundlegendes Unterscheidungsmerkmal von Demokratien und Diktaturen
    • Kennzeichen parlamentarischer und präsidentieller Demokratien, u. a. Legitimationskette, Abhängigkeit von Parlament und Regierung
    • Mischformen von Demokratie und Diktatur
    • antidemokratische Tendenzen, z. B. in Politik, Medien und Gesellschaft
    • freiheitssichernde Maßnahmen, z. B. Einklagbarkeit von Grundrechten, Minderheitenschutz, Diskriminierungsverbot, z. B. anhand der Situation von Menschen mit Behinderung
    • Ausdruck gesellschaftlichen Wandels, z. B. in den Bewegungen für Frauenrechte und für LGBTQ+-Rechte, in Klimaprotesten, und politische Reaktionen, z. B. Frauenquote, Ehe für alle, Einführung der Unterscheidung von männlich/weiblich/divers, Formulierung von Klimazielen, etwa zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, Förderung regenerativer Energien
    • Reformvorschlag für das politische System der Bundesrepublik Deutschland, z. B. Plebiszite auf Bundesebene, e-voting, Wahlrecht ab 16 Jahren, Direktwahl der Bundespräsidentin bzw. des Bundespräsidenten, Bürgerräte
    • Einfluss der Digitalisierung auf die politische Willensbildung, z. B. Aufzeigen von Missständen, Entwicklung einer Gegenöffentlichkeit, politische Agitation, Manipulation
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 12, Lernbereich 4: Möglichkeiten der Demokratieförderung beurteilen

    Voraussetzungen und Ziele von Staatsaufbau, Demokratisierung von innen und Demokratieförderung von außen sowie ihre Akteure.

    • Voraussetzungen, u. a. Mindestmaß an Stabilität und Kontrolle, kohärente Zieldefinition der relevanten Akteure, grundlegende Akzeptanz der Bevölkerung, und Ziele von „state building”-Prozessen, u. a. funktionsfähige staatliche Institutionen, Rechtsstaatlichkeit, nationale Souveränität
    • Demokratisierungsprozesse von innen, z. B. Bildung von Interessenverbänden in der Zivilgesellschaft, Schaffung von Foren für politische Willensbildung, Ausbildung einer pluralen Öffentlichkeit, und Maßnahmen von Demokratieförderung von außen, z. B. auf zivilgesellschaftlicher, wirtschaftlicher, diplomatischer bzw. militärischer Ebene
    • Akteure von Demokratieförderung, u. a. zivilgesellschaftliche Gruppen, NGOs, IGOs, Nationalstaaten
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 13, Lernbereich 1: Modernisierungsprozesse und ihre Auswirkungen auf das Zusammenleben in Deutschland reflektieren

    Familienformen und Familienpolitik, Geschlechterrollen und Sexismus, Wertewandel und die Digitalisierung der Arbeitswelt.

    • Familienformen in der modernen Gesellschaft, v. a. Kernfamilie, Alleinerziehende, Patchworkfamilie, Regenbogenfamilie
    • Funktionen der Familie: Reproduktion, Sozialisation, Regeneration, Konsumption, Produktion
    • familienpolitische Maßnahmen, z. B. Regelungen zu Elterngeld und Elternzeit, steuerrechtliche Vorteile für verheiratete Paare oder Familien, Ehestandsrecht
    • Geschlechterrollen im Wandel: Hierarchien zwischen den Geschlechtern, Emanzipation
    • Differenzierung der Geschlechter, z. B. männlich/weiblich/divers
    • Definition von Sexismus, Beispiele aus der Arbeitswelt und staatliche Gegenmaßnahmen, z. B. Quotenregelungen
    • eine Theorie des Wertewandels
    • Herausforderungen und Chancen durch die Digitalisierung der Arbeitswelt, u. a. Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort, Vermischung von beruflichem und privatem Bereich, lebenslanges Lernen
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 13, Lernbereich 2: Formen sowie Auswirkungen sozialer Ungleichheit und sozialer Mobilität reflektieren

    Dimensionen sozialer Ungleichheit, Modelle sozialer Differenzierung, Formen sozialer Mobilität sowie Aufstiegschancen und Aufstiegsbarrieren in Deutschland.

    • Dimensionen sozialer Ungleichheit, z. B. Bildung, Berufsprestige oder Einkommen, Geschlecht, Alter bzw. Kohortenzugehörigkeit, Herkunft
    • Modelle sozialer Differenzierung, u. a. Milieu-Modell
    • Formen sozialer Mobilität: vertikale und horizontale soziale Mobilität, Inter- und Intragenerationenmobilität
    • Aufstiegschancen und Aufstiegsbarrieren in Deutschland
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 13, Lernbereich 3: Die Bedeutung des Sozialstaats vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen erkennen

    Prinzipien und Herausforderungen des Sozialstaats sowie Eigenverantwortung und Solidarität als Leitgedanken sozialstaatlicher Politik.

    • Prinzipien des Sozialstaats: Subsidiaritätsprinzip, Solidaritätsprinzip, Versicherungsprinzip, Fürsorgeprinzip, Äquivalenzprinzip
    • Herausforderungen des Sozialstaates im 21. Jahrhundert, z. B. Generationenvertrag, Armutsbekämpfung
    • Eigenverantwortung und Solidarität als Paradigmen sozialstaatlicher Überlegungen
  • verbindlichwird gezogen

    Jahrgangsstufe 13, Lernbereich 4: Internationale Konfliktbearbeitung vor dem Hintergrund des Völkerrechts reflektieren

    Dimensionen internationaler Konflikte, Akteure der internationalen Politik, NATO, Kennzeichen und Entwicklungen des Völkerrechts sowie der Internationale Strafgerichtshof.

    • Dimensionen internationaler Konflikte, z. B. territorial, wirtschaftlich, religiös, geopolitisch, ökologisch
    • staatliche, transnationale sowie supranationale Akteure der internationalen Politik sowie ausgewählte Beispiele für IGOs, NGOs und Wirtschaftsunternehmen
    • Einfluss der Öffentlichkeit und der Medien, z. B. Reaktion auf den Klimawandel, internationale Konflikte, Migration
    • Aufbau, Ziele, Selbstverständnis und Rolle der NATO
    • Kennzeichen des Völkerrechts: souveräne Staaten als Rechtssubjekte, Gewohnheitsrecht, sogenanntes Weiches Recht und Kodifizierung in internationalen Verträgen, eingeschränkte Sanktionierbarkeit
    • Diskussionen um völkerrechtliche Entwicklungen: Durchsetzung des Verbots von Angriffskriegen, Umgang mit autonomen Waffensystemen, humanitäres Völkerrecht, z. B. Auslegung und Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention
    • Aufbau und Zuständigkeiten des Internationalen Strafgerichtshofs und der Einfluss seiner Rechtsetzung

Eingeschlossene Themen kommen sicher vor, ausgeschlossene nicht. Der Rest wird gezogen, verbindliche Themen zuerst.

Wortlaut und Quelle der Vorgaben stehen unter Themenvorgaben, die zugelassenen Operatoren unter Operatoren. Die Klausur ist eine Übung, keine echte Prüfungsaufgabe.