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Klausur erzeugen · Abitur 2027 · Niedersachsen

LateinErhöhtes Anforderungsniveau (eA)

Alle Themen der amtlichen Vorgaben für diesen Jahrgang. Schließ ein, was du üben musst, schließ aus, was sitzt. Was offen bleibt, wird gezogen.

vorläufig, Änderungen möglich

Das Kerncurriculum legt zwölf sogenannte Leitthemen samt Basisautor/-werk für Profil A (fortgeführter Lateinunterricht) und zwölf eigene Leitthemen für Profil B (neu beginnender Lateinunterricht) fest, die den vier Gegenstandsbereichen Sprache-Literatur, Gesellschaft-Kultur, Politik-Geschichte sowie Philosophie-Religion zugeordnet sind. Für den einzelnen Abiturjahrgang gilt jeweils nur eine Auswahl von vier (Profil A) bzw. drei (Profil B) dieser Leitthemen – je eines pro Gegenstandsbereich –, die vom Kultusministerium vorab bekanntgegeben wird; Prüflinge sollten daher zusätzlich die aktuellen ministeriellen Hinweise zu ihrem Abiturjahrgang einsehen, da dieses Kerncurriculum selbst keinen bestimmten Jahrgang benennt. Erhöhtes und grundlegendes Niveau in Profil A teilen sich dieselben Leitthemen, unterscheiden sich aber im Umfang des geforderten Wortschatzes und der sprachlichen Vertiefung; die unten genannten Themen gelten für Profil A. Profil B (neu beginnender Lateinunterricht, nur grundlegendes Niveau) hat zwölf eigene Leitthemen: Machtmissbrauch römischer Magistrate (Cicero, in Verrem), Sklaverei und humanitas (Seneca), Krise der Republik (Sallust, coniuratio Catilinae), Freundschaft (Cicero, de amicitia), Reden als Mittel der Politik (Cicero, Philippicae), Plinius als Zeuge seiner Zeit, Roms Krieg gegen Iugurtha (Sallust), Politische Reden in einer Krisensituation (Cicero, catilinarische Reden), Charakterbilder in den Briefen des Plinius, Das Individuum und die Masse (Seneca), Plinius als Privatmann, Römische Staatsphilosophie (Cicero, de re publica). Wer Profil B unterrichtet oder belegt, sollte die Quelle direkt prüfen.

Bearbeitungszeit270 Minuten, 4 Stunden 30 MinutenThemen in den Vorgaben12, davon 0 verbindlich
Themen der Klausur
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 1: Römische Liebesdichtung

    Anhand von Ovids amores wird untersucht, wie Liebe literarisch reflektiert wird und traditionelle römische Wertvorstellungen zugunsten des amor umgedeutet werden.

    • Politik und Literatur der augusteischen Zeit, insbesondere Sittengesetzgebung des Augustus
    • Verhältnis der zeitgenössischen Literaten zu Augustus
    • Liebe und Leben des poeta/amator als zentrales Thema (Subjektivität, fiktives Liebesleben)
    • Gattungsspezifische Merkmale der römischen Liebeselegie
    • Deutung mythologischer Anspielungen
    • Abweichungen von bzw. Umdeutungen tradierter römischer Normen
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 2: Römische Briefliteratur

    Die Briefe des Plinius geben einen facettenreichen Einblick in Gesellschaft, Politik und Kultur der Kaiserzeit und zeigen Plinius als politischen Zeitzeugen und Stilisten.

    • Form- und Stilmerkmale des römischen Briefes
    • Charakteristika der plinianischen Briefe (Monothematik, Anlassbezug, Veröffentlichungsabsicht)
    • otium und negotium als Elemente der Lebensgestaltung
    • Techniken der Darstellung, Leserlenkung und Selbststilisierung
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 3: Wandel als Grundprinzip der Natur

    Ovids Metamorphosen zeigen die Verwandlung als Grundprinzip der Welt und bieten zugleich eine zeitlose Deutung menschlicher Affekte und Charaktere.

    • Abhängigkeit der augusteischen Literatur vom Princeps
    • Merkmale der Metamorphosen (carmen perpetuum, Metamorphose als Wesensenthüllung/Aition, Götterdarstellung)
    • Vergleich von Rezeptionsdokumenten
    • Erzählstrukturen (auktoriale Erzählweise, Ringkomposition, Dramatisierung)
    • Griechische Akkusativformen
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 4: Umgang mit der Zeit und der Freizeit

    Seneca fordert in seinen Briefen einen bewussten, sinnvollen Umgang mit der begrenzten Lebenszeit und reflektiert das Verhältnis von Arbeit (negotium) und Muße (otium).

    • Tagesablauf unterschiedlicher sozialer Schichten
    • Freizeitgestaltung der Massen (Amphitheater, Circus)
    • Senecas Vorstellung von negotium, occupatio und otium im Vergleich mit modernen Vorstellungen
    • Senecas Stakkatostil (brevitas, Pointen, Antithesen)
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 5: Aeneas – Sinnbild römischen Selbstverständnisses

    In Vergils Aeneis verkörpert Aeneas das römische Sendungsbewusstsein und den Konflikt zwischen persönlichen Gefühlen und schicksalhafter Pflicht.

    • Trojanischer Sagenkreis
    • Inhalt und Aufbau der Aeneis
    • Aeneis als Staatsmythologie (Gründungs- und Abstammungsmythos)
    • Gattungsmerkmale des Epos
    • Konflikt zwischen Dido und Aeneas
    • Augusteische Wertvorstellungen (pietas, virtus)
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 6: Die Rede als Mittel der Politik

    Ciceros philippische Reden zeigen die Rede als Waffe im politischen Kampf gegen Antonius am Ende der Republik.

    • Elemente der rhetorischen Theorie (Ziele, Genera, partes, officia)
    • Politisch-gesellschaftliche Situation nach Caesars Ermordung
    • Folgen der Reden für Staat und Cicero
    • Invektive als Mittel der politischen Auseinandersetzung
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 7: Römische Geschichte an Persönlichkeiten

    Livius verknüpft den Aufstieg Roms mit vorbildhaften Heldentaten Einzelner, die altrömische Werte wie virtus und pietas verkörpern.

    • Römische Frühzeit bis zur frühen Republik
    • Charakteristika livianischer Geschichtsschreibung (annalistisches Prinzip, Dramatisierung, Idealisierung)
    • Vorbildfunktion der Heldentaten
    • Techniken der Personenstilisierung
    • Römische Wertbegriffe (honor, gloria, virtus, pietas)
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 8: Römische Geschichte und ihre Deutung

    Sallust deutet in der coniuratio Catilinae die römische Geschichte als moralischen Verfallsprozess nach idealisierten Anfängen.

    • Folgen der punischen Kriege für Gesellschaft und Innenpolitik
    • Moralisierende Geschichtsschreibung (Idealisierung der Frühzeit, Verfallsdeutung, vitia, Personenportraits)
    • Darstellungsformen der Monographie
    • Sprachliche und stilistische Eigenheiten Sallusts (Archaismen, brevitas, variatio, gravitas)
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 9: Prinzipat und Freiheit

    Tacitus thematisiert in der Agricola-Biographie die Vereinbarkeit von Freiheit und Prinzipat sowie den Handlungsspielraum des Einzelnen unter einem Alleinherrscher.

    • Tacitus' Erleben der Tyrannei Domitians
    • Res publica und ihre Veränderung im Prinzipat
    • Biographie als Zweig der Geschichtsschreibung
    • Taciteischer Stil (brevitas, variatio, kontrastive Ausdrucksweise)
    • Tacitus' politische Grundeinstellung (libertas, virtus)
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 10: Römische Staatsphilosophie

    Cicero stellt in de re publica die römische Mischverfassung als idealen, aus griechischen Modellen weiterentwickelten Staat dar.

    • Definition des Staates und Theorie der Staatsentstehung
    • Verfassungsformen in guter und schlechter Ausprägung
    • Kreislauf der Verfassungen
    • Mischverfassung und Rom als Muster
    • Vergleich mit modernen Staatsformen
    • Form- und Stilmerkmale des philosophischen Dialogs
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 11: Die Ethik Epikurs in den philosophischen Schriften Ciceros

    Anhand von Ciceros de finibus wird die epikureische Lust-Ethik mit ihrer materialistischen Begründung und ihrer Haltung zu Tod und Göttern erarbeitet.

    • Eudämonistischer Grundzug hellenistischer Philosophenschulen
    • Physikalische Grundlagen des epikureischen Hedonismus (Atomismus, Kampf gegen Fatum und Todesfurcht)
    • Grundzüge des Hedonismus (Lust als summum bonum, Ataraxie, Vernunft als Steuerungsinstanz)
  • fakultativwird gezogen

    Leitthema 12: Die Philosophie der Stoa – secundum naturam vivere

    Senecas Briefe vermitteln die stoische Ethik als Lebenshilfe, die über Vernunft und Tugend zu einem glücklichen, erschütterungsfreien Leben führen soll.

    • Primat der Ethik in der stoischen Philosophie
    • Zentrale Aspekte der stoischen Ethik (ratio, secundum naturam vivere, honestum, virtus, vita beata)
    • Form- und Stilmerkmale des philosophischen Briefes
    • Senecas Stakkatostil
    • Vergleich stoischer Glücksvorstellungen mit modernen Vorstellungen

Eingeschlossene Themen kommen sicher vor, ausgeschlossene nicht. Der Rest wird gezogen, verbindliche Themen zuerst.

Wortlaut und Quelle der Vorgaben stehen unter Themenvorgaben, die zugelassenen Operatoren unter Operatoren. Die Klausur ist eine Übung, keine echte Prüfungsaufgabe.